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Friedliches Folk-Fest mit Überraschungen

Erstes «Shamrock Festival» auf Burg Waischenfeld: Friedliche Stimmung und feine Musik
 Friedliches Folk-Fest mit Überraschungen
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Foto: Roland Huber
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Ein Debüt, das auf Anhieb gut ankam: Weit über 1000 Folkfans tummelten sich am Wochenende beim ersten «Shamrock Festival» auf Burg Waischenfeld und gönnten sich in auffallend entspannter Atmosphäre eine Reihe interessanter Gruppen des Folk- und Folkrockgenres.

WAISCHENFELD - Bei der «Wall of Love» brach sich einer das Handgelenk, weil er es beim Pogo übertrieben hatte. Dies blieb wohl die einzige größere Blessur bei einem Festival, das sich ansonsten durch größte Friedlichkeit und einen sehr interessanten Musikmix auszeichnete. Als Veranstalter lud die Erlanger Kult-Folkband «Fiddler‘s Green» - und viele Folkies kamen gerne.

Da flossen Guiness-Bier und Whisky in Strömen und es gab dennoch keine Randale. «Folkmusik ist eine Nische», sagt Guido Glöckler vom «Concertbüro Franken», der als Burg-Konzertprofi (siehe unten stehenden Kommentar) die Organisation für die «Fiddler» übernommen hatte. Mit viel mehr, als einer «Schwarzen Null» rechnete Glöckler von daher nicht.

Am Ende blieb in der Konzertkasse wohl doch ein wenig mehr hängen. Zu später Stunde war der Platz vor der Bühne im Burghof schwarz von Menschen. Auf dem Programm standen die unterschiedlichsten Stilrichtungen. «Boggin Leprechaun» aus Nürnberg kredenzte beispielsweise als Festival-Opener rockigen Folk mit traditioneller Grundierung. Sozusagen irische Volksmusik auf Speed.

Die «Schandmaul»-Musikerin Birgit Muggenthaler stellte ihr weltmusikalisches Projekt «Sava» vor: Ruhige, balladeske Nummern mit arabischen und Klezmer-Anklängen.

Als Querdenker erwies sich das Duo «Bardic», als ausgepichte Partyband mit betont eingesetzter Frauen-Power an Whistle und Akkordeon die energische Combo «Mr. Irish Bastard» aus Münster.

Unkonventionelle Gratwanderung

Für die große Überraschung sorgte die österreichische Formation «Irisch Steirisch», deren halsbrecherische Gratwanderung zwischen steirischer Traditionspflege und angelsächsischer Folk-Überzeugung mitreißt und begeistert. So frech und unkonventionell gab sich einst der «Schräg-dahoam»-Erfinder Hubert von Goisern, so unverbraucht kann populäre Musik im Jahr 2009 klingen.

Bei «Fiddler‘s Green» kocht die sowieso gute Stimmung über. Alles tanzt, tobt, feiert und freut sich. Obwohl diese Gruppe im Grunde seit Jahren die gleichen Songs spielt, werden ihre Konzerte nicht langweilig. Weil hier so viel Herzblut und Humor investiert werden, dass der Funke augenblicklich überspringt.

Hans von Draminski (Text und Fotos)
17.8.2009
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