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Die Billard-Queen |
| Die Billard-Queen |
PEGNITZ - In England sind die Fernsehprogramme voll mit Berichten über Billard- und Snooker-Turniere. Bei uns dauert es noch. Aber Jürgen Feser, der Vorstand des Pegnitzer Billardvereins, ist guter Hoffnung, dass sein so entspannender Sport dazu beiträgt. Die dritte Stadtmeisterschaft war gestern ein weiterer Schritt dazu.
Sieger wurde bei den Teams »Taschenbillarder» vor »Irgendwie», »Waischenfelder» und »Delta T». Bei den Damen gewann Tanja Potzler. In der Gesamtwertung stand Ersin Akkaya an der Spitze vor Jörg Axmann, Sven Hellwig, Stefan Polster, Manuel Kaufmann und Florian Lodes.
Doch auch Schirmher Manfred Thümmler wagte sich im Heberlein-Saal an die Queues. Zur Eröffnung reaktivierte er all sein Wissen um die bunten Kugeln, das er in seiner Jugend gesammelt hatte, und stieß zu. Sein erster Kommentar, als die weiße Kugel lautlos rollte: »Die müsste jetzt eigentlich von oben kommen, hat aber keinen Saft mehr...» Dann war er in Fahrt: »Also Spaß machen tät es schon wieder, gell!» Jürgen Feser, immer auf Nachwuchssuche, antwortete trocken: »Wir suchen Mitglieder!» Die ganze Stadtmeisterschaft diente dazu, dem Verein mit seinen 22 Mann mehr Aufwind zu geben. Feser hatte im Vorfeld viel getrommelt, um aus anderen Clubs Mannschaften zu bekommen und seinen »einzig wahren Sport» hinaus in die Welt zu tragen. Aber die gleichzeitig laufende Freizeitmesse und »Formel 1» im Fernsehen ließen viele Zusagen schmelzen. Trotzdem wurde es ein guter Tag. »Für fünf Euro Anmeldegebühr einen ganzen Tag Billard spielen», sagte er, »das istdoch was.»
Er ist selbst im Hauptberuf Prokurist und kam nur dazu, weil sein Cousin in Aschaffenburg in einem Billardverein Vorstand ist. Gegen ihn gewann er öfter und bekam dann zum Geburstag Queues geschenkt. Weiter ging’s im »King’s Pub» mit einem dritten Platz bei einem Anfängerturnier, angeregt durch seine Tochter, und mit ebenfalls einem dritten Platz beim Vollturnier. Auch im Duo schob sich Jürgen Feser bis ins Finale.
Dann lud ihn die Gründungscrew des Pegnitzer Billardclubs zum Mitmachen. »Ich wollte da nie einen Posten!», lächelt er. Aber schnell war er vorn im Team, das 2008 den leeren Heberlein-Saal entdeckte. Sein Umbau hatte am Ende viel mit einer überexakten Wasserwaage zu tun, weil die Billardtische von Spezialisten auf den Millimeter genau austariert werden müssen. Alle Tische konnten zwar preiswert erworben werden, stellen aber pro Stück einen Wert von 5000 Euro dar. »Es gibt auch welche für 2500 Euro, aber natürlich auch für 15000...» Die Pegnitzer spielen im Moment mit ihrer ersten Mannschaft in der Kreisliga A und mit zwei Teams in der B. Dafür müssen sie durch ganz Oberfranken touren und in die angrenzende Oberpfalz. Denn nicht nur Bayreuth und Hof haben starke Mannschaften, auch Pressath.
Dort steht sogar ein Snooker-Tisch, von dem Jürgen Feser noch träumt: »Unter unserem Saal sind Räume frei. Hätten wir mehr Mitglieder, würde ich einen hinstellen.»
Heute spielen in Britannien sechs Millionen Snooker - in Deutschland 4000. Snooker unterscheidet sich von Billard: Es ist durch einen größeren Tisch und kleinere Kugeln sowie Löcher schwieriger zu beherschen. 1875 in Indien erfunden, fußt es aber genau wie Billard auf dem »Pall Mall» des 15. Jahrhunderts. Dieses erlebte auch Wandlungen: Die Tischplatte wurde bald aus Schiefer gefertigt und der Queue bekam eine Lederspitze, die Pomeranze. |
| 14.3.2010 18:10 MEZ |
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NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG |
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