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Fitzgerald Kusz stellte sein neuestes Lesebuch vor

Nichts ausgelassen

Ein Mundartautor, der „dem Volk aufs Maul schaut“
 Nichts ausgelassen
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PEGNITZ (be) — Höchst amüsant gestaltete der Nürnberger Mundartdichter Fitzgerald Kusz die Vorstellung seines neuen Buches „Wouhii — Ein Lesebuch“.

Pegnitz kam in den Genuss der „Vor-Premiere“. In Nürnberg wird Kusz sein neuestes Werk erst am 13. November in der Buchhandlung Edelmann präsentieren.

In der gut besuchten Autoren-Lesung begrüßte Christa Goering für die VHS die Zuhörerinnen und Zuhörer. Sie dankte für die Gastfreundschaft des Autohauses Graumüller, in dessen Repräsentationsraum „eine sehr gute Akustik" herrscht.

In seinem neuesten Werk hat Kusz seine Themen in drei Kapitel eingeteilt. Im ersten heißt es: „Alle Daach was andersch“, im zweiten „Leit über Leit“" und im dritten „Uns geäht´s gout“. Eigentlich, so sagt er, hätte er Stoff für drei Bücher gehabt, und so fiel ihm die Auswahl manchmal nicht leicht. Lyrik, Gedichte, Szenen und Mini-Dramen wechseln sich ab mit den „Haiku’s“. Dies sind immer recht sinnige Dreizeiler, wie: „Ich hob mein Humor verlurn. Hilfst mer sung? Weit kann er net sei“.

Kusz versteht es ausgezeichnet, seine Gedanken und Ideen „im fränkischen Sound“ auszudrücken. Genausogut ist sicherlich seine Fähigkeit, „dem Volk auf’s Maul zu schau’n“. Es sind Szenen und „Sprüchla“ wie aus dem wirklichen Leben. Jeder hat dies schon gehört, oder noch besser (oder schlimmer) selbst so gesagt. Eheszenen-“Zweikampf“, Witwen-Dramen und das Thema Liebe. Nichts wird ausgelassen.

Zahlreiche Lacher erntete er mit dem Vortrag des „fränkischen Schimpfwörter-Lexikons“. Kusz: „Ich hafte nicht.“ Das „Grusical“ des Buches ist der Monolog einer Mutter in der Zeit der 68er zum Thema Haare. Echt stark.

Zur Globalisierung und Schnelligkeit unserer Zeit meint er: „Ein Gedicht ist das Gegenteil von Beschleunigung — Entschleunigung“. „Scheitern und scheitern und immer wieder scheitern, und durch Scheitern gscheiter wer’n.“

Kusz (Vater Berliner, Mutter Fränkin), Jahrgang 1944, und in Forth aufgewachsen, mag Pegnitz eigentlich, weil einer seiner Lieblingsdichter, Berthold Brecht, oft von Berlin aus mit dem Motorrad seine Mutter in Augsburg besuchte, und deshalb in Pegnitz eine Reise-Rast einlegte.

Aber wieder typisch Kusz: „Was würde die Pegnitz (natürlich Bengertz) machen, wenn sie könnte?“ — „Sie würde an Pegnitz und an Nürnberg vorbeifließen.“

Für fränkisch Begeisterte, und solche, die es werden wollen. Das Buch kostet 12,30 Euro und ist im Ars Vivendi Verlag, Cadolzburg, erschienen.
21.10.2002
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