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Große Aktion für freie Delfine

Monika Pracht unterstützt als erfahrene Tierschützerin Nürnberger Protestgruppe
 Große Aktion für freie Delfine
Foto: Daut
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PEGNITZ - Einsatz für die Freiheit von Delfinen: Monika Pracht vom «Gnadenhof für Tiere» verbringt zur Zeit jede freie Minute damit, den Nürnberger Tierschützern zu helfen, gegen die geplante Lagune im Zoo zu kämpfen. Am Samstag, 22. September, findet deshalb um 11 Uhr vor dem Germanischen Nationalmuseum eine friedliche Demonstration mit einer Menschenkette statt. Unterstützt wird sie von Greenpeace, Ocean Care, der «Whale and Dolphin Conservation Society» und von Richard O’Barry. Er ist der ehemalige Trainer der Delfine in der Fernsehserie «Flipper» und bereut seine Mitarbeit dort seit langem. Monika Pracht bittet jeden Tierfreund, mit nach Nürnberg zu kommen.

Wie sind Sie mit «Menschen für Tierrechte» verbunden, die in Nürnberg federführend protestieren?

Monika Pracht: Ich war dort bis vor Kurzem noch Vorstand. Eigentlich hätte ich neben dem Gnadenhof gar keine Zeit dafür, aber für die Delfine wollte ich mich auf jeden Fall noch einmal einsetzen. Ich habe ja bereits Erfahrung in Sachen «Protestaktion» und «Demonstrationen».

Warum sind Sie so sehr gegen die Lagune?

Pracht: Seit Öffnung des Delfinariums gab es 34 tote Delfine und neulich sind wieder zwei Babys gestorben. Das zeigt doch, dass die Säugetiere da einfach nicht optimal leben können. Daran ändert auch die «Lagune» nichts. Der Raum für die Delfine würde sich nur minimal verbessern. Sie wird maximal sechs Meter tief sein. Delfine tauchen im Meer aber bis zu 500 Meter und legen Strecken zwischen 50 und 250 Kilometern zurück. So ein Delfinarium kann also gar nicht groß genug sein. Noch ein Beispiel ist, dass Große Tümmler in der Freiheit eine Lebenserwartung von 40 Jahren haben. Dieses Alter hat im Nürnberger Zoo von 37 Tieren erst ein einziger Delfin erreicht. Deshalb sind wir gegen den Bau.

Was ist das eigentliche Ziel?

Pracht: Unser Ziel ist es, dass das Delfinarium Nürnberg dem Ende entgegengeht und keine Neuzüchtungen mehr folgen. Denn wo sollen die alten Delfine hin, wenn ständig junge nachgezüchtet werden? Klar, es werden auch Tiere getötet. Am besten wäre es natürlich, wenn bald alle vier Delfinarien in Deutschland schließen würden und die Tiere in einer betreuten Bucht irgendwo in Indien leben könnten. Wir wollen den Leuten einfach ein Bewusstsein dafür vermitteln, wie notwendig es ist, den Lebensraum dieser Tiere nicht mehr länger einzuschränken, sondern sie in Freiheit leben zu lassen.

Was ist im Moment am schwierigsten bei Ihrer Aktion?

Pracht: Die größte Herausforderung ist es, die Bevölkerung zu aktivieren. Viele Menschen sind zwar gegen das Delfinarium, setzen sich aber nicht aktiv ein. Dabei trifft die Lagune alle Steuerzahler, die den Umbau erst finanzieren. Deshalb werden auch die Eintrittspreise für den Tierpark erhöht.

Man sagt «der stete Tropfen höhlt den Stein.» Wir freuen uns über jeden kleinen Erfolg. Am 22. September brauchen wir wirklich jede einzelne Stimme gegen die Lagune. Optimal wären um die tausend Leute.

Was kann jeder einzelne tun?

Pracht: Man kann Briefe an Politiker schreiben oder an die Tiergartenleitung. Hilfreich wäre es auch, wenn die Eltern ihren Kindern die unterschiedlichen Haltungen der Tieren in Zoo und Freiheit erklären könnten. Es ist komisch, dass man heutzutage schon für das Natürlichste der Welt, für Delfine in Freiheit, kämpfen muss. Alles Unnatürliche, Neuartige hingegen wird von den Menschen angenommen. Leider haben Kinder keine Stimme, die etwas bewegen kann. Denn sie sind die einzigen, die noch ein natürliches Gefühl für die Tiere haben. Viele sagen: «Ich brauch’ kein Delfinarium und auch keinen Tierpark, wenn es den Tieren dort schlecht geht.» Doch sie werden umgepolt, weil Einrichtungen wie Zoo und Zirkus zur Normalität geworden sind. Das sieht schön aus und man bekommt viele verschiedene Tiere zu sehen. Doch über den hohen Preis, den die Tiere dafür bezahlen, machen sich die wenigsten Gedanken. Dabei hätte sich die ganze Sache sowieso erledigt, wenn

Zoos und Delfinarien nicht mehr besucht würden. Denn allein der Konsument fördert das Ganze.

Delfin-Therapien, beispielsweise für autistische Kinder, sind aber ein Grund, warum viele für die Erhaltung des Delfinariums sind?

Pracht: Die Leute wissen nicht, dass diese Therapien mit gefangenen Delfinen niemals so erfolgreich sein können wie mit Tieren, die artgerecht gehalten werden. Das ist bewiesen. Sie sind einfach nicht mehr mit Tieren in Freiheit zu vergleichen. Durch ihren beschränkten Lebensraum sind diese Delfine gestresst und es besteht die Gefahr von aggressiven Reaktionen. Als Alternativen gibt es zum Beispiel Therapien mit Hunden und Pferden, die genauso gut sind. Interview: HANNAH KNAUBER
15.9.2007
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